Geschichte der Alarmierung

Bis in das 20. Jahrhundert hinein waren es Türmer, die von Kirchtürmen aus durch das Schlagen der Sturmglocke zum Kampf gegen den roten Hahn riefen. Auf dieses Zeichen hin hatten sich die Signalisten der Züge mit ihren Signalhörnern in Bewegung zu setzen, um die Feuerwehrmänner ihres Löschbezirkes zu alarmieren.

 

Erst mit der Inbetriebnahme der ersten elektrischen Alarmierungseinrichtung im Jahre 1927 trat eine grundsätzliche Veränderung des bis dahin mittelalterlich anmutenden Alarmierungssystems ein. Sie bestand vorerst aus zwei getrennten Alarmschleifen für die jeweiligen Wohngebiete, später kamen noch zwei weitere hinzu. Es handelte sich hierbei um Zwei- bzw. Dreiklangglocken.
Um die Forderung nach zwei voneinander unabhängigen Alarmierungssystemen zu erfüllen, wurden im Auer Stadtgebiet Sirenen installiert.

 

In den Jahren 1968 und 1986 erhielt die Feuerwehr Aue zu diesen Zeiten moderne UKW-Alarmempfänger. Sie wurden von der Feuer-, Melde- und Alarmierungszentrale (FAMZ) des Kommandos Feuerwehr Aue betätigt. Vorzug dieser Anlage war, dass die Kameraden nun auch außerhalb ihres Wohnsitzes erreicht werden konnten. Die großen, unhandlichen Funkmeldeempfänger wurden später durch wesentlich kleinere ersetzt.

Fotos: Alarmempfänger UFT 212 von RFT links mit Ladegerät

 

Nach der politischen Wende im Jahr 1989 kamen analoge Funkmeldeempfänger (FME) von Motorola zum Einsatz. Diese lösten mit einem Alarmton aus, danach folgte die Alarmdurchsage des Zentralisten, um den Kameraden mitzuteilen um welchen Einsatz es sich handelt.
In der Feuerwehr Aue war jeder Kamerad der Einsatzabteilung mit einem FME vom Typ Motorola BMD ausgestattet. Dieses äußerst robuste Gerät war der damaligen Zeit angepasst und im Landkreis Aue weit verbreitet. Die Alarmierung über Sirene war dadurch nicht mehr erforderlich, das Sirenensystem blieb im gesamten Auer Stadtgebiet aber weiter bestehen.

 

Die Leitstelle Aue befand sich im Objekt des Kommando Feuerwehr in der Auer Mühlstraße. Von dort aus wurden die Funkmeldeempfänger und Sirenen des Altlandkreises Aue ausgelöst, sowie alle Einsätze der Feuerwehren koordiniert. Schon bald reichte der Platz in den Räumlichkeiten nicht mehr aus, daher zog die Rettungsleitstelle Aue im Jahr 1994 in Räumlichkeiten des Landratsamtes Aue an der Wettiner Straße.

 

Foto: Objekt Kommando Feuerwehr in der Mühlstraße, Artikel vom 14.11.1991, sowie das Objekt Landratsamt Aue, Wettiner Straße

 

 

Von dort wurden rund um die Uhr alle Einsätze und Aufträge der Feuerwehren und des Rettungsdienstes vom Landkreis Aue-Schwarzenberg koordiniert. Zu damaliger Zeit wurde schon recht moderne Technik installiert, Mitte der 90er Jahre waren viele Fahrzeuge mit FMS ausgestattet. Bei den Rettungsdiensten wurde die moderne Datenübertragung mittels Datentelegramm im 4m-Band eingesetzt. So konnte die Leitstelle Aue die Alarmierung an den Rettungswagen parallel per FME und Display in den RTW senden. Die Rettungsleistelle in Aue wurde technisch ständig weiterentwickelt und war somit vorbildlich ausgestattet. Alarmgeber der Firma Sonneburg waren im täglichen Einsatz.

 

 

Foto: Display eines RTW's und Sonnenburg-Alarmgeber

 

Im Jahr 1997 wurden durch die Feuerwehr Aue Funkmeldeempfänger vom Typ Bosch FME 88 beschafft. Seit dem 01.07.2001 werden alle Notrufe aus dem Landkreis Aue-Schwarzenberg in der Rettungsleitstelle in Zwickau disponiert, die Leitstelle Aue wurde geschlossen. Das Personal der Leitstelle Aue wechselte zu den Berufsfeuerwehren Zwickau und Chemnitz bzw. zu Rettungswachen im LK ASZ.

Ende des Jahres 2006 wurde die Alarmierung der Feuerwehr Aue erneut umgestellt, seit dem wird digital alarmiert. Die digitalen Meldeempfänger (DME) vom Typ Motorola LX4 gehören zur Ausstattung eines jeden Kameraden der Feuerwehr Aue.

Der DME Motorola LX4 hat in der Feuerwehr Aue mehrere Schleifen (RIC), welche von der Leitstelle in Zwickau ausgelöst werden. Der Kamerad erhält bei einer Alarmierung nicht mehr nur einen Alarmton und eine Sprachdurchsage, sondern einen Text auf dem DME, der Informationen und Details zur Alarmierung angibt. Dieser Text ist jederzeit wieder abrufbar.

Um die unterschiedlichen Aufgaben der Brandbekämpfung und Hilfeleistung abarbeiten zu können und entsprechende Kräfte und Mittel alarmieren zu können, gibt es spezielle Rufgruppen auf allen digitalem Meldeempfängern. Diese sind unter anderem:

- Sammelruf für alle Kameraden
- Rufschleife Löschzug I - Aue
- Rufschleife Löschzug II - Alberoda
- Rufschleife Drehleiter
- Rufschleife Rüstwagen

Ein weiterer Fortschritt war die Unterteilung einer jeden Adresse. So ist eine Unterscheidung in A- und B-Alarm möglich. Diese unterscheiden sich im Alarmton, welcher die unterschiedliche Dringlichkeit des Einsatzes wiedergeben soll. Bei einem A-Alarm handelt es sich um eine Alarmierung zu einem Brand oder einem Einsatz mit Menschenleben in Gefahr, ein B-Alarm soll bei weniger dringlichen Einsätzen, z.B. einem Wasserschaden oder einem Ölfleck Anwendung finden.
Jedoch wurde diese, von den Kameraden im Übrigen als sehr praktisch angesehene, Unterscheidung der Alarmierungen nur sehr kurz angewandt und wird aus unbekannten Gründen von der Rettungsleitstelle Zwickau nicht mehr praktiziert. Die Kameraden der Feuerwehr Aue empfanden diese Nichtnutzung der von technischer Seite gegebenen Möglichkeiten als einen deutlichen Rückschritt.

Durch die Einführung von Funkmeldeempfängern trat die Alarmierung über Sirenen in der Stadt Aue in den Hintergrund. Der Löschzug II - Alberoda wird teilweise, vor allem wegen seiner ländlichen Struktur noch parallel über Sirene alarmiert. Alle Sirenen im Auer Stadtgebiet blieben erhalten und wurden mit digitalen Sirenen-Empfängern (DSE) ausgerüstet. Das Sirenensystem soll vor allem für Warnungen der Bevölkerung (z.B. bei Hochwasser) erhalten bleiben, in verschiedenen Gebieten wurden dazu sogar zusätzlich neue Sirenen installiert.

Derzeit wird im Freistaat Sachsen an der Vorbereitung bzw. Umsetzung einer Leitstellenreform gearbeitet. In Zukunft wird es in Sachsen nur noch 5 Regionalleitstellen geben, diese werden an den Standorten der Berufsfeuerwehren Chemnitz, Dresden, Hoyerswerda, Leipzig und Zwickau aufgebaut. An der Landesfeuerwehrschule in Nardt wird weiterhin eine Lehrleitstelle in Betrieb gehen. Durch diese Neuordnung ändern sich auch die Zuständigkeiten der Regionalleitstellen. Der Kreistag des Erzgebirgskreis hat beschlossen, die Aufgaben der Leitstelle nach Chemnitz zu verlegen. In absehbarer Zukunft wird die Alarmierung der Feuerwehr Aue also von der Integrierten Regionalleitstelle Chemnitz übernommen. Die Leitstelle Chemnitz, welche dann das Gebiet des Landkreises Mittelsachsen, des Erzgebirgskreises und der Stadt Chemnitz betreuen wird, befindet sich momentan noch im Bau. Mit einer Fertigstellung und Inbetriebnahme ist nicht vor 2015 zu rechen.

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